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Zu Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu Christi vom
Tod. Diese geschah nach urchristlicher Glaubensüberzeugung (vgl.
im Neuen Testament) „am dritten Tag“ nach seinem Tod, wobei der
Todestag als erster Tag zählte: also an dem Karfreitag folgenden
Ostersonntag.
Ostern ist das wichtigste Fest der meisten Christen, das die
Freude über den endgültigen Sieg des Sohnes Gottes über Tod und
ewige Verdammnis ausdrückt. Nach dem Verständnis einer
Minderheit unter den Protestanten ist jedoch der Karfreitag der
höchste christliche Feiertag, da schon der Tod Jesu Christi,
nicht erst seine Auferstehung, die Menschheit von der Erbsünde
erlöst habe.
Ob die Bezeichnung des Festes, die zu Ostern praktizierten
Bräuche und die verwendeten Symbole vorchristliche Ursprünge
haben, ist umstritten. Es dürfte allerdings auch vielen
Verteidigern rein christlicher Ursprünge nicht immer klar sein,
dass heute zentrale Symbole wie der Osterhase sich nur ein paar
Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückverfolgen lassen, ja, in
Deutschland erst im 20. Jahrhundert überhaupt flächendeckend
üblich geworden sind.
In Finnland ist Ostern das Fest der Kerzen.
Das christliche
Osterfest
Der österliche Festkreis beginnt in den westlichen Kirchen seit
dem Jahr 1091 mit dem Aschermittwoch, dem eine 40-tägige
Fastenzeit folgt. Diese erinnert an die 40 Jahre des Volkes
Israel in der Wüste sowie an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste
fastete. Die österliche Bußzeit, umgangssprachlich auch
"Fastenzeit" genannt, endet mit dem Karsamstag. Es sind daher
genau 40 Tage. Das östliche Christentum rechnet die Sonntage zur
Fastenzeit mit hinzu, zählt aber andererseits die Karwoche
selbst nicht mit zu den 40 Tagen des Fastens, sondern als eigene
Zeitperiode. Die letzte Woche vor Ostern heißt Karwoche. Sie
beginnt mit dem Palmsonntag, an dem die Christen den Einzug
Jesus von Nazaret in Jerusalem feiern. Am Gründonnerstag - das
"Grün" kommt nicht von der Farbe, sondern von dem altdeutschen
Wort greinen, was so viel wie weinen heißt - feiert das
Christentum das Letzte Abendmahl. Am nächsten Tag, dem
Karfreitag, wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag
ist Grabesruhe, und am dritten Tage (Ostersonntag) ist die
Auferstehungsfeier, da Jesus auferstanden ist.
Osterdatum
Ostern gehört zu den beweglichen Festen, deren Datum jedes Jahr
anders ist. Alle beweglichen christlichen Feiertage werden vom
Ostersonntag aus berechnet. Der Ostersonntag hängt im Prinzip
direkt vom jüdischen Pessah ab und fällt daher auf den Sonntag
nach dem 14. Tag des Frühlingsmonats (im jüdischen Kalender der
Nisan; der theoretische "christliche" Nisan des Osterfestes
stimmt aber wegen der Ungenauigkeit des jüdischen Kalenders
nicht immer mit dem echten jüdischen Nisan überein). Als erster
Tag des (Mond)monats gilt der Tag, an dem der neue Mond wieder
zu sehen ist (bis zu zwei Tage nach dem astronomischen Neumond).
Dadurch fällt dieser 14. Tag in die Zeit um den Vollmond, hängt
aber nicht ursächlich von diesem ab.
Eine einheitliche Festlegung des Osterdatums wurde notwendig, da
die Christengemeinden Ostern zu verschiedenen Zeitpunkten
feierten. So feierten die Quartodezimanier Ostern immer am 14.
Nisan, ungeachtet des Wochentages. Die Protopaschisten feierten
das Fest zwar an einem Sonntag, aber immer an dem Sonntag nach
dem 14. Nisan. Jedoch war durch die Zerstörung des Jerusalemer
Tempels und der Zerstreuung der Juden das System der bezeugten
Sichtbarkeit des ersten Mondes zerstört worden, und der jüdische
Kalender geriet in Unordnung. So wurde das Osterdatum,
vermutlich Erzbischof Athanasius folgend, auf dem Konzil von
Nicäa im Jahre 325 auf den ersten Sonntag festgelegt, der dem
14. Tag des Frühlingsmonats (luna paschalis XIV), der
sogenannten Ostergrenze, folgt. Der genaue Wortlaut des
Beschlusses ist jedoch nicht mehr erhalten. Im Jahr 525 wurde
der kalendarische Frühlingsanfang von Dionysius Exiguus
einheitlich auf den 21. März festgelegt. Dadurch wurde, obwohl
der Frühlingsanfang sich damals bereits dem 20. März näherte,
sichergestellt, daß Ostern immer nach dem Termin für Pessah
gefeiert wurde. Überhaupt war die Bestrebung nicht höchste
Genauigkeit, sondern so nah wie möglich an den richtigen
Zeitpunkt heranzukommen, ohne jemals zeitlich zu früh (vor
Pessah) Ostern zu feiern. Dadurch kommt es immer wieder zu
Osterparadoxien, an denen der Ostertermin nicht auf das korrekte
astronomische Datum fällt, aber dann wird Ostern immer verspätet
gefeiert.
Die Berechnung des Osterdatums ist folglich direkt an die
Bestimmung der Mondmonate geknüpft. Dazu wird nicht der nach
heutigem Wissenstand exakt bestimmbare astronomische Zeitpunkt,
sondern traditionell der Mondkalender herangezogen. Grundlage
des Mondkalenders ist der synodische Monat, d.h. die Zeit von
einem Neumond zum nächsten. Er entspricht ca. 29,53 Tagen. Da 19
(tropische) Jahre fast genau 235 synodischen Monaten
entsprechen, wiederholen sich die Mondphasen also alle 19 Jahre
– das ist der sogenannte Metonische Zyklus. Innerhalb eines
kompletten Mondzyklus lassen sich die Neumonde im Prinzip
vollständig angeben. Ihre genaue Berechnung fußt auf der
Goldenen Zahl (die laufende Nummer eines Jahres im Mondzyklus)
sowie der Epakte (das „Alter“ des Mondes am 1. Januar in Tagen).
14 Tage später ist dann die Zeit um den Vollmond. Trotz der im
Christentum verwendeten Sonnenkalender wurden Mondkalender im
Hintergrund immer parallel dazu mitgeführt. Im zur Zeit des
julianischen Kalenders gültigen Mondkalender konnte Ostern
spätestens auf den 25. April fallen – das früheste Osterdatum
ist der 22. März. Mit der gregorianischen Kalenderreform im
Jahre 1582 wurde nicht nur der Sonnenkalender, sondern auch der
Mondkalender angepasst, da auch der Metonische Zyklus sich
ebenso wie der Zyklus der Schaltjahre als nicht exakt erwiesen
hatte und ein Vollmonddatum ergab, das damals bereits einige
Tage vom echten Vollmond entfernt lag. Daher wird der Metonische
Zyklus seitdem alle 100 Jahre bei Bedarf angepasst. Nach dem nun
gültigen Mondkalender wäre nach der Kalenderreform aber auch der
26. April als Osterdatum infrage gekommen. Um den alten
Gepflogenheiten aus julianischer Zeit weiterhin Rechnung tragen
zu können, mussten zum oben genannten Grundsatz zur Bestimmung
des Osterdatums zwei zusätzliche Regeln hinzugefügt werden:
• Fällt die Ostergrenze auf den 19. April, wird sie auf den 18.
April zurückverlegt.
• Fällt die Ostergrenze auf den 18. April und ist die Goldene
Zahl des Jahres größer als 11, wird die Ostergrenze auf den 17.
April zurückverlegt.
Mit der zweiten Regel wurde sichergestellt, dass sich wie beim
julianischen Mondkalender die Ostergrenze innerhalb eines
Mondzyklus nicht wiederholt.
Im übrigen ergeben sich aus der einheitlichen Festlegung des
kalendarischen Frühlingsbeginns am 21. März sowie der Differenz
zwischen astronomischem und Mondkalender-Vollmond in der Tat hin
und wieder sogenannte Osterparadoxien, d.h. Jahre, in denen ein
astronomisch berechnetes Osterdatum auf einen anderen Tag fiele.
Seit der Einführung des Gregorianischen Kalenders fiel das
Osterfest nur viermal auf den 24. April, und zwar in den Jahren
1639, 1707, 1791 und 1859. Das nächste Mal wird Ostern wieder im
Jahre 2011 auf dieses Datum fallen.
In allen orthodoxen Kirchen wird bei der Berechnung des
Osterdatums am julianischen Kalender festgehalten. Nach diesem
findet der 21. März (im 20. und 21. Jahrhundert) 13 Tage später
statt als im gregorianischen Kalender und entfernt sich immer
weiter vom astronomischen Frühlingsbeginn. (Übrigens war das
Zusammenlegen des "liturgischen" mit dem "astronomischen"
Frühlingsbeginn einer der Hauptgründe für die Einführung des
gregorianischen Kalenders). Daher findet das orthodoxe Osterfest
manchmal eine Mondphase später statt. Außerdem berechnet die
orthodoxe Kirche das Osterdatum nach einer bereits in der Antike
festgelegten Rechenvorschrift, eben dem oben beschriebenen
Metonischen Zyklus; die Korrektur des Zyklus alle 100 Jahre wird
hier nicht vorgenommen. Die Länge des 19-jährigen Mondzyklus
wurde damals um ca. 2 Stunden zu lang angenommen, was sich im
Laufe von 17 Jahrhunderten zu einigen Tagen addiert hat. Dies
ist ein weiterer Effekt, der dazu führen kann, dass das
orthodoxe Osterfest eine Woche oder im Extremfall, wenn er sich
mit dem obigen Effekt addiert (z. B. 2005), fünf Wochen später
stattfindet als das lateinische. Von diesem letzteren Effekt ist
übrigens auch der Jüdische Kalender betroffen. Bei der
Berechnung des orthodoxen Osterfestes gibt es des Weiteren die
Regel, dass es um eine Woche verschoben wird, wenn es mit dem
jüdischen Pessachfest zusammenfällt (wie beispielsweise im Jahr
2006) oder sogar davor liegt. Diese letzte Regel ist der
Hauptgrund, der von den Ostkirchen für die Ablehnung einer
neuen, rein astronomischen Osterformel angeführt wird, denn
diese führt relativ oft zu einem Ostertermin vor dem jüdischen
Passah.
Ostern und Pessach
Das Fest der Auferstehung Jesu Christi leitet sich von dem
jüdischen Pessachfest ab und fällt daher zeitlich in die Nähe
zum jüdischen Pessach- oder Passah-Fest. Es enthält daher auch
heute noch Elemente des jüdischen Pessach, mit dem die jüdischen
Gemeinden die Befreiung der Israeliten (den Auszug aus Ägypten)
aus der ägyptischen Gefangenschaft begehen. Das Pessachfest
beginnt (theoretisch) am Abend des ersten Frühlingsvollmonds und
dauert eine Woche; siehe Jüdischer Kalender für nähere Details.
Etymologie des Wortes Ostern
In den meisten Sprachen kommt die Bezeichnung des Osterfests vom
jüdischen Pessach: Auf Italienisch heißt Ostern pasqua, auf
Spanisch pascua, auf Französisch pâques, auf Griechisch Πάσχα (=
Pas'cha), auf Russisch пасха (= paskha), auf Esperanto pasko,
auf Schwedisch påskdagen, auf Niederländisch pasen, auf
Niederdeutsch Pa(a)schen und auf Isländisch páskar. In den
meisten slawischen Sprachen wird Ostern Große Nacht (Nächte)
oder Großer Tag oder Auferstehung genannt.
Verwandt mit dem deutschen Ostern ist das englische Easter. Die
beiden Wörter dürften den selben Ursprung haben, aber in beiden
Sprachen ist die Etymologie nicht geklärt. So gibt es zum
Ursprung von Ostern mehrere Theorien.
* Da im Mittelalter die österliche Taufe zur Zeit der Morgenröte
erteilt wurde, wurde das entsprechende Wort im germanischen
Sprachgebiet verwendet. Honorius Augustodunensis (12. Jh.)
leitet Ostern von Osten ab, der Himmelsrichtung des
Sonnenaufgangs als Symbol der Auferstehung. Somit leite sich
Ostern von dem lateinischen alba, in albis (im Sinn von bei
Sonnenaufgang, althochdeutsch zu den ostarun) ab - wohl auf dem
Hintergrund von (Mk 16,2 EU).
* Nach Knobloch steht das Wort Ostern im Zusammenhang mit der
christlichen Benennung der Osterwoche als albae paschales
(österlich weiße Kleider der Neugetauften). Die Kurzform albae
wird als Plural von alba – "Morgenröte" – verstanden und mit dem
althochdeutschen Wort eostarum übersetzt.
* Nach dem Namensforscher Jürgen Udolph kennen die
nordgermanischen Sprachen eine Wortfamilie, die zu Ostern passt:
nämlich ausa – Wasser gießen, und austr – Begießen. Ein
heidnischer Wasserritus wurde als vatni ausa – mit Wasser
begießen bezeichnet. Das Wort Ostern beziehe sich somit eher auf
die Taufe, die das zentrale Ereignis der Osternacht ist.
* Eine Theorie, nach der Ostern sich von dem althochdeutschen
Ostara (Osten), Eostre oder Eoastrae ableite, dem
angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte,
des Frühlings und der Fruchtbarkeit, der Braut des jungen
Maigrafen (Freyr – Freyja), geht auf Beda Venerabilis (de
temporum ratione 15) (8. Jh.) zurück und wurde von Jacob Grimm
weitgehend übernommen und bestärkt. Es ist jedoch bis heute
umstritten, ob eine Göttin dieses Namens tatsächlich in der
germanischen Mythologie vorkam. Etymologisch weisen die
litauische Göttin Aušrine, die lettische Auseklis, die römische
Aurora, die griechische Eos und die hinduistische Usha auf eine
indogermanische Göttin der Morgendämmerung mit ähnlichem Namen
hin.
Ostern als heidnisches Frühlingsfest
In vielen nichtchristlichen Religionen wird die Sonne als
Lichtspenderin und göttliche Fruchtbarkeitsquelle verehrt und
bei Frühlingsfesten gefeiert.
Einige Osterbräuche werden daher auf den germanischen respektive
keltischen Sonnenkult zurückgeführt. Dazu gehören Frühlings- und
Osterfeuer, aber auch die Osterräder, die vermutlich über
zweitausend Jahre alt sind. Selbst eine Verbindung zwischen dem
nordischen Sonnengott Baldur und Christus wird manchmal
hergestellt.
Die Neuheiden feiern Ostern unter dem Namen Ostara-Fest nach
einer altgermanischen Göttin Ostara, deren Symbole dem
neuzeitlichen Mythos nach Hase und Ei sein sollen. Ostereier und
Osterhasen (oft deswegen als heidnische Fruchtbarkeitssymbole
bezeichnet) sind im deutschen Sprachraum erst seit dem 17.
Jahrhundert belegt. Im Bereich des orthodoxen Christentums von
Ägypten über Griechenland bis Russland ist diese Tradition schon
länger belegt. Beim Hasen spricht die reiche Überlieferung
christlicher Hasensymbolik seit der Spätantike in der Literatur
wie auch in der gestaltenden Kunst auch nicht für eine
(unbelegte) Ableitung von einer Göttin Eostre/Ostara; auch wenn
es Belege für einen Zusammenhang von Hasensymbolik und
Auferstehungsthema gibt (so z.B. im Baptisterium zu Pisa und in
St. Andreas zu Pisoia im 13. Jahrhundert) ist der Übergang zur
volkstümlichen Osterhasenlegende noch nicht belegt.
Bemerkenswert ist, dass die deutschsprachigen Quellen für den
Osterhasen als Eierbringer (neben regional belegten anderen
Eierbringern) alle auf protestantische Ursprünge zurückführen.
Die neuere Forschung ist sich allerdings darin einig, dass es
eine Göttin Ostara oder Ostera bei den Germanen nicht gegeben
hat. In der Zeit des Nationalsozialismus (aber auch davor) war
es im Deutschen Reich en vogue, christliche Traditionen und
Bräuche auf (vermeintlich) germanische und heidnische Ursprünge
zurückzuführen. Oft nahm man es dabei aus heutiger Sicht mit der
Wahrheit nicht so genau. Viele populäre Irrtümer halten sich aus
dieser Zeit bis heute.
Osterbräuche und Symbole
* Ostereier
* Osterhase
* Ostereiertitschen (Eierhärten)
* Osterbrunnen
* Osterpostkarten
* Ostereierschieben
* Eierschibbeln
* Osterfeuer
* Osternacht
* Osterkerze
* Ostermesse
* Osterwasser
* Ostergießen
* Osterreiten
* Osterlachen
* Osterrad
* Ratschen
* Klappern und Klaspern
* Raspeln
Quelle: Wikipedia.de
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