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Eine Entschuldigung ist im Wortsinne eine
Ent-Schuld-igung, eine Form von Vergebung. Mit der Bitte um
Entschuldigung gesteht jemand ein, dass eine Tat von ihm, die er
bewusst oder unbewusst begangen hat, eine moralische Verfehlung
war. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist eine Entschuldigung
allerdings eben diese Bitte. Das Opfer der Tat kann die
Entschuldigung annehmen oder ablehnen.
Durch diese Begriffsverschiebung hat es sich im Deutschen
eingebürgert, „sich zu entschuldigen“. Oft trägt dann der Täter
vor, er entschuldige sich, und weist fortan auf diese
„Entschuldigung“ hin und sagt, für ihn sei das Thema aus der
Welt. Im Wortsinne einer Freistellung von Schuld ist dieser
Sprachgebrauch Unsinn: Man kann sich nicht selbst von Schuld
befreien. Sinnvoller wäre es beispielsweise, statt "sich zu
entschuldigen" um "Entschuldigung oder Vergebung zu bitten". Zu
sagen: "Ich entschuldige mich dafür (oder für den Fehler)" ist
daher falsch, da nur das Opfer einen von seiner Schuld befreien
kann.
Annahme einer
Entschuldigung
Für die Annahme einer (Bitte um) Entschuldigung spielt - neben
der Schwere der Schuld - der Umstand eine Rolle, ob echte Reue
und nicht nur ein oberflächliches Harmoniebedürfnis beim
Verursacher der Schuld vorliegt. Es ist üblich, die Annahme
einer Entschuldigung durch Worte oder Gesten (z.B. einen
Händedruck) dem Gegenüber mitzuteilen. Die Angelegenheit gilt
damit als „aus der Welt geschafft“.
Entschuldigung aus Höflichkeit
Im alltäglichen Leben gilt es als Zeichen von Höflichkeit, auch
dann um Entschuldigung zu bitten, wenn kein eigenes Verschulden
vorliegt, z.B. für eine längere Wartezeit auf Grund von starkem
Kundenandrang oder eine witterungsbedingte Verspätung im
öffentlichen Personenverkehr.
Reue
Reue ist die emotionale Folge einer vorausgegangenen Handlung,
die der Handelnde (meist im Nachhinein) als moralisch oder
ethisch verwerflich erkannt hat. Reue kann Schuldgefühle
beseitigen.
Wenn man einem anderen Menschen Unrecht getan oder ihn verletzt
hat, oder wenn man bloß denkt, dass man jemandem Unrecht getan
haben oder ihn verletzt haben könnte, taucht das Gefühl von
Schuld auf. Die erste Reaktion auf dieses Gefühl ist in der
Regel ein Rückzug aus dem Kontakt mit anderen. Diese Reaktion
hat mit Scham zu tun. Scham und Schuld bilden einen
Teufelskreis. Wenn man sich aufgrund von Schuldgefühlen
zurückzieht, verliert man den Kontakt zu anderen. Dieser Mangel
an Kontakt verursacht weiteres unnötiges Leiden, für das man
sich wiederum schuldig fühlt. Dieser Kreislauf kann weitgehend
unbewusst ablaufen und unser Leben steuern und zerstören. Wenn
man sich erlaubt, den eigenen Zustand vollständig wahrzunehmen,
entsteht eine Öffnung für Reue. Reue durchbricht den
Teufelskreis und löst Befreiung aus.
In der Rechtswissenschaft hat der moralische Begriff der Reue in
der sogenannten tätigen Reue Einzug gefunden. Die tätige Reue
lässt im deutschen Strafrecht die Strafbarkeit bestimmter Taten
entfallen.
Einige Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, unter anderem mit
Soziopathie oder einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, sind
nicht oder kaum zur Reue fähig.
Viele Religionen bieten die Buße als Möglichkeit, eine bereute
Tat symbolisch rückgängig zu machen, indem man eine andere
Ersatzhandlung, die einem schwer fällt, durchführt. Man bittet
um Vergebung.
Vergebung
Die Fähigkeit zur Vergebung (lat. amnestia) gilt in vielen
Kulturen als eine menschliche Tugend. Wer anderen vergibt,
verzichtet nicht nur darauf, für etwas, das als Unrecht
empfunden wird, Rache an einem anderen Menschen zu üben, sondern
ist bereit zur Versöhnung und verhält sich nicht nachtragend.
Gesellschaftliche
Rolle der Vergebung
Vergebung gilt in modernen Gesellschaften als Bestandteil der
Zivilisation, da ohne Vergebung Fehltaten Rache erfordern
würden, welche wiederum gerächt werden müsste, so dass es zu
einer langen Reihe von gegenseitigen Vergeltungen kommen kann.
Dies ist bei Völkern und Kulturen der Fall, die Blutrache üben.
Viele Rechtsordnungen sehen die Möglichkeit der Begnadigung von
Tätern vor. Dabei handelt es sich nicht um eine
menschlich-moralische Komponente, sondern um eine Art
juristischer Vergebung.
Vergebung in den Religionen
In den meisten Religionen spielt Vergebung eine wesentliche
Rolle. Hierbei wird die Vergebungsbereitschaft unter den
Menschen meist als bester Weg zur Konfliktlösung angesehen. Ein
anderer Aspekt der Vergebung spiegelt sich in der Beziehung
zwischen Gott und Mensch wieder, besonders in den
monotheistischen Religionen, in denen Gott als höchste Instanz
die Macht hat, zu vergeben. Besonders im Christentum wird diese
Versöhnung zwischen Gott und Mensch hervorgehoben, welche durch
den Kreuzestod Christi ermöglicht wurde.
Quelle: Wikipedia.de
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