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Als Einschulung wird die Aufnahme eines Kindes in eine
Schule, insbesondere in die Grundschule verstanden.
Meist liegt das Einschulalter in Deutschland, je nach
Bundesland, zwischen 5 und 7 Jahren. Im Regelfall muss ein Kind,
das bis zu einem besonderen Stichtag (je nach Bundesland
zwischen dem 30. Juni und dem 31. Dezember) eines Kalenderjahres
das sechste Lebensjahr vollendet hat, zum nächstmöglichem Datum
in die Schule gehen. Es steht dann unter der Schulpflicht.
Den Eltern ist es unbenommen, für ein nach dem jeweiligen
Stichtag geborenes Kind eine frühere Einschulung zu beantragen,
wenn es schulfähig ist. Für eine Zurückstellung gibt es
unterschiedliche Verfahren in den einzelnen Bundesländern.
In jüngster Zeit hat es im Zuge der PISA-Debatte Überlegungen
gegeben, das Einschulalter auf 5 Jahre herabzusetzen, was in
einzelnen Bundesländern bereits geschehen ist. In anderen
Bundesländern wird dies derzeit im Laufe einer mehrjährigen
Übergangsregelung sukzessive mehrere Monate nach vorne verlegt.
Auch die Termine für die Anmeldung an den Grundschulen sind
nicht einheitlich geregelt. Möglich sind Anmeldungen deutlich
vor den Sommerferien, in anderen Bundesländern liegen die
Termine zur Schuleinschreibung in den Sommerferien.
Bräuche zur Einschulung
Die Schultüte ist nur im deutschen Sprachraum üblich. Diese wird
- in der Regel von den Erziehungsberechtigten - mit Süßigkeiten
oder/und kleinen Geschenken befüllt. Sie wird erst in der Schule
geöffnet. In einigen Regionen wird die Schultüte im Kindergarten
oder mit den Eltern zuhause gebastelt (siehe Weblinks), in
anderen Regionen wird die Schultüte fertig gekauft.
Nach dem ersten Schultag wird man normalerweise noch mit
Schultüte und Schultasche fotografiert. Ein weit verbreiteter
Brauch ist es, dass das Kind vor oder neben einer Tafel steht.
Auf der Tafel stehen der Ort, das Datum und der Satz "mein
erster Schultag" geschrieben.
Der erste Schultag wird in den meisten Schulen festlich
begangen. Dazu kann gehören:
* ein ökumenischer Einschulungsgottesdienst
* eine Aufführung durch die 3./4.Klassen
* feierlicher Auszug der neuen Schüler unter Führung der neuen
Klassenlehrer aus der Aula oder Pausenhalle in die Klassenräume.
Schultüte
Die Schultüten für ABC-Schützen, das heißt für Kinder, die in
die Grundschule eingeschult werden, sind ein Brauch, der seit
dem 19. Jahrhundert in Deutschland zum 1. Schultag gepflegt
wird. Außerhalb des deutschen Sprachraums ist dieser Brauch
weitgehend unbekannt.
Die Geschichte der Schultüte geht bis ins Jahr 1810 zurück.
Damals wurde besonders den Schulanfängern in Sachsen und
Thüringen der Weg in die Schule versüßt. Erste gesicherte
Nachrichten kommen aus Jena (1817), Dresden (1820) und Leipzig
(1836). Dort erzählte man den Kindern früher, dass in dem Haus
des Lehrers ein Schultütenbaum wüchse, und wenn die Schultüten
groß genug wären, dann wäre es auch höchste Zeit für den
Schulanfang!
Schultüten waren zunächst nur in den größeren Städten bekannt.
Erst nach und nach setzte sich der Brauch auch auf dem Lande
durch. Anfangs waren es die Paten, die die Tüte überreichten.
Heute sind es meistens die Eltern, die ihren Kindern die oft
selbstgebastelte Schultüte mit auf den Schulweg geben.
Die konisch geformten Schultüten werden meistens mit Süßigkeiten
und mit kleinen Geschenken wie Buntstifte oder anderem
Schulmaterial gefüllt. Vom Füllen mit Süßigkeiten kommt der in
manchen Gegenden für die Schultüte übliche Namen "Zuckertüte".
Die Schultüten werden, wenn sie nicht von den Eltern gebastelt
werden, fertig gekauft oder von den Kindern noch im Kindergarten
selbst gebastelt. Bemerkenswert ist, dass Deutschland beim Thema
gekaufte Schultüten größtenteils zweigeteilt ist:
Schultüten in den alten Bundesländern:
* Größe: 70cm
* Form: rund
* Verschluss: Filz
Schultüten in den neuen Bundesländern:
* Größe: 85cm
* Form: sechseckig
* Verschluss: Borte und Tüll
Erich Kästner und seine Schultüte
Der Kinderbuchautor Erich Kästner beschreibt seinen ersten
Schultag im Jahr 1906 und wie er seine Schultüte (Zuckertüte)
einer Nachbarin zeigen wollte:
“Meine Mutter öffnete die Tür. Ich stieg, die Zuckertüte mit der
seidnen Schleife vorm Gesicht, die Ladenstufe hinauf, stolperte,
da ich vor lauter Schleife und Tüte nichts sehen konnte, und
dabei brach die Tütenspitze ab! Ich erstarrte zur Salzsäule. Zu
einer Salzsäule, die eine Zuckertüte umklammert. Es rieselte und
purzelte und raschelte über meine Schnürstiefel. Ich hob die
Tüte so hoch, wie ich irgend konnte. Das war nicht schwer, denn
sie wurde immer leichter. Schließlich hielt ich nur noch einen
bunten Kegelstumpf aus Pappe in den Händen, ließ ihn sinken und
blickte zu Boden. Ich stand bis an die Knöchel in Bonbons,
Pralinen, Datteln, Osterhasen, Feigen, Apfelsinen, Törtchen,
Waffeln und goldenen Maikäfern. Die Kinder kreischten. Meine
Mutter hielt die Hände vors Gesicht. Fräulein Haubold hielt sich
an der Ladentafel fest. Welch ein Überfluß! Und ich stand
mittendrin.
Auch über Schokolade kann man weinen. Auch wenn sie einem selber
gehört. – Wir stopften das süße Strandgut und Fallobst in den
schönen, neuen, braunen Schulranzen und wankten durch den Laden
und die Hintertür ins Treppenhaus und treppauf in die Wohnung.
Tränen verdunkelten den Kinderhimmel.”
(Erich Kästner: "Als ich ein kleiner Junge war")
Quelle: Wikipedia.de
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